Kunstbasierte Supervision & Mediation
(Fortbildung)
„Es geht nicht darum, über unser Wissen zu sprechen, sondern darum, unsere Einsicht zu leben"
(Thich Nhat Hanh)
In sozialen, therapeutischen und pflegerischen Arbeitsfeldern stehen Beziehung, Empathie und Engagement im Mittelpunkt. Gleichzeitig bringen diese Berufe hohe emotionale Anforderungen, komplexe Teamdynamiken und die Notwendigkeit ständiger Selbstreflexion mit sich. Kunstbasierte Supervision bietet hier einen geschützten Raum, um berufliche Erfahrungen mit kreativen Methoden zu reflektieren und neue Perspektiven zu entwickeln. Durch den Einsatz von Ausdrucksformen wie Malen, Gestalten, kreatives Schreiben oder Symbolarbeit werden innere Bilder und unbewusste Prozesse sichtbar. So entstehen tiefere Einsichten in berufliche Situationen, Rollen und Beziehungsmuster.
Im Mittelpunkt steht nicht das künstlerische Ergebnis, sondern der Prozess des Wahrnehmens, Gestaltens und Verstehens. Die Verbindung von künstlerischem Ausdruck und fachlicher Reflexion ermöglicht es, berufliche Themen auf mehreren Ebenen zu betrachten – kognitiv, emotional und intuitiv.
Durch den Einsatz kreativer Methoden erfolgt eine Vertiefung der Reflexion, wodurch nonverbale Prozesse, Muster und Dynamiken begreiflich werden. Dies ermöglicht eine klarere Erkennung zentraler Themen. Kunstbasierte Supervision eröffnet demnach neue Perspektiven, die durch künstlerische Ansätze erschlossen werden. Diese ermöglichen neue Blickwinkel Supervisorinnen und Supervisoren auf Supervisandinnen, Teams und Fallsituationen. Ein professioneller Umgang mit Vulnerabilität erfordert die Schaffung eines strukturierten, ethischen Rahmenwerks sowie klar definierter Grenzen, um sichere Reflexionsräume zu etablieren. Die gewonnenen Erkenntnisse können unmittelbar auf konkrete Handlungen, Ressourcen und Interventionen im beruflichen Kontext übertragen werden, wodurch eine hohe Praxisrelevanz gewährleistet ist. Die Stärkung von Kommunikation und Moderation ist von entscheidender Bedeutung. Die Erfahrung zeigt, dass eine geübte Moderation in kreativen Prozessen die Feedbackkultur, die Zusammenarbeit und die Konfliktlösung fördert. Die Steigerung der Qualität kann durch eine zielorientierte Methodenauswahl, eine transparente Dokumentation und regelmäßige Evaluation erreicht werden, wodurch die Professionalität erhöht wird.
Die Einsatzfelder der kunstbasierten Supervision sind vielfältig. Die Anwendungsbereiche umfassen Beratung, Therapie, Coaching, Pädagogik, Sozialarbeit und Organisationsentwicklung. Die Steigerung der Selbstwirksamkeit wird durch Selbstreflexion begünstigt. Dies resultiert in einer Stärkung von Souveränität, Autonomie und Verantwortungsbewusstsein im professionellen Handeln. Kunstbasierte Supervision stellt eine innovative, evidenzbasierte Zusatzqualifikation dar, deren positive Auswirkungen auf die Klientinnen und Klienten evident sind. Kunstbasierte Supervision kann sowohl im Einzelsetting als auch in Gruppen oder Teams stattfinden. Vorkenntnisse in künstlerischem Arbeiten sind nicht erforderlich – entscheidend ist die Offenheit für kreative und erfahrungsorientierte Prozesse.
Die Supervisoren und Mediatoren sind ausschließlich supervisionserfahrene Personen mit weiteren (z. B. gruppendynamischen, pädagogischen und/oder therapeutischen) Qualifikationen, um den komplexen Lern- und Selbsterfahrungsprozess leiten, begleiten und vermitteln zu können.
Die an der Weiterbildung beteiligten Supervisoren und Mediatoren erfüllen die Standards für Supervisoren und Mediatoren, die der VDKT als Berufsverband für den kulturpädagogischen, kunsttherapeutischen bzw. für den heilkundlichen Bereich festgelegt hat.
In der kunstbasierten Supervision und Mediation sprechen sich Beschäftigte in sozialen, therapeutischen und pflegerischen Arbeitsfeldern über ihre persönlichen Erfahrungen mit Klienten und Institutionen aus. Die Weiterbildung qualifiziert die Weiterbildungsteilnehmer entsprechend den Vorgaben des Berufsverbandes VDKT.
Über alle Voraussetzungen und Inhalte der berufsbegleitenden Weiterbildung Kunstbasierte Supervision und Mediation informiert Sie die Geschäftsstelle gern in einem Beratungsgespräch.
Inhalte:
Formen der Supervision von der Einzelsupervision bis zur Fallsupervision
Methoden der kunstbasierten Supervision
ethische Grundlagen der kunstbasierten Supervision.
Prozesse und Phasen in der kunstbasierten Supervision
Kenntnisse der rechtlichen Rahmenbedingungen.
Verfahren zur gemeinsamen Beilegung von Konflikten
Beispielmodule:
Kommunikation, Präsentation, Moderation
Materialkunde in der kunstbasierten Supervision
Konflikte mit Mediation klären
Forschungsmethoden und Evaluation
aktuelle (biografische) Themen
Ethik und Recht im Berufsalltag
Abschluss:
Das Zertifikat „Kunstbasierte Supervision und Mediation” wird durch den Berufsverband nach erfolgreichem Abschluss aller Module verliehen. Am Ende der Weiterbildung muss eine schriftliche Prüfungsarbeit in Form einer Falldokumentation vorgelegt werden.
Organisatorisches
Dauer: Je Modul ca. 1-2 Tage, flexibel gestaltet
Ort: Live-Online-Seminare und Präsenzveranstaltungen
Anmeldung: Über unsere Webseite oder per E-Mail
Beginn: frühzeitige Anmeldung empfohlen, rotierendes System,
Teilnahme: Begrenzte Teilnehmerzahl (Kleingruppenunterricht)
Gesamtzahl der Module: 10